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Ave maris stella (2016)

Ave maris stella

02.10.2016, 17:00 Uhr
Basilika St. Valentin, Kiedrich im Rheingau

03.10.2016, 18:00 Uhr
St. Katharina, Bad Soden

Mit solistisch besetztem Ensemble bringt das Vocalconsort Frankfurt am 2. und 3. Oktober in seinem Programm „Ave maria stella“ die Marienvesper von Claudio Monteverdi zur Aufführung. Unter der Leitung von Tobias Landsiedel sind dabei die Chöre aus dem Werk zu hören, innerhalb derer die Solo-Passagen vom Ensemble interpretiert werden.

Einige der solistischen Sätze – Concerti und Sonaten – deren instrumentaler Anteil größer ist, werden durch Werke des 20. und 21. Jahrhunderts ersetzt. Diese sind Vertonungen der gleichen (Psalmen-) Texte, die auch den Teilen der Marienvesper zugrunde liegen.


Aus Monteverdis Marienvesper sind folgende Sätze Teil des Programms:

Dixit Dominus
Laudate pueri
Nisi Dominus
Lauda Jerusalem
Ave maris stella


Es treten hinzu:

Deus in adjutorium von Benjamin Britten
Nigra sum von Pablo Casals
Northen Lights (= Pulchra es) von Ola Gjeilo
To the Mothers in Brazil (= Sancta Maria) von Gunnar Erikson
Magnificat von ArvoPärt.


Noch heute modern: Monteverdis Innovationen von 1600

Was könnte Monteverdi dazu bewogen haben, seine so genannte Marienvesper mit anderen Werken 1610 in einem Druck im italienischen Mantula zu veröffentlichen? Dies ist bis zur Gegenwart genauso Gegenstand endloser Spekulationen wie die Frage nach der eigentlichen Werkgestalt der Komposition. Wahrscheinlich steht die Drucklegung der vielteiligen Komposition im Zusammenhang mit Monteverdis Bewerbung zum Domkapellmeister an San Marco zu Venedig. Somit ging es um eine der herausragenden kirchenmusikalischen Positionen zu seiner Zeit in Europa.
Möglicherweise im Zusammenhang damit steht auch die Versammlung liturgischer Kompositionen in der Vesper zu Ehren der Gottesmutter Maria. Sie muss in Monteverdis zeitlichem wie musikalischem Umfeld als „ultrarevolutionär“ (Hans Ferdinand Redlich) und provokant gelten. Insbesondere vor dem Hintergrund der konservativ traditionellen katholischen Kirchenmusik der Spätrenaissance.

Alles, was um die Jahrhundertwende um 1600 innovativ und neu an musikalischen Stilen und Techniken war, ist in dieser vielschichtigen Komposition versammelt. Gründe dafür sind die Wortdeutung, der klangliche Ausdruck, das Melodische, Harmonische, Instrumentale oder die Mehrchörigkeit. Darin erscheint Monteverdi als Neuerer, was bereits zu seinen Lebzeiten seinen Ruf als Schöpfer einer modernen Musik über seinen heimatlichen Wirkungskreis ihn aus mehrte.

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