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Schütz: Johannes-Passion (2022)

Dornenkrone - Leiden und Sterben Jesu Christi
© Adobe Stock / Ricardo Reitmeyer

15.04.2022, 15:00 Uhr
St. Katharina, Bad Soden
– Aufführung im Rahmen des Karfreitagsgottesdiensts –

Mitwirkende

Christopher Peter, Evangelist
Christian Janz, Christus
Jonathan Peters, Pilatus
Vocalconsort Frankfurt
Tobias Landsiedel, Leitung

Programm

  • Heinrich Schütz:
    Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands Jesu Christi nach dem Evangelisten St. Johannes
    für Soli und Chor a cappella (1666)
  • Christoph Willibald Gluck:
    De profundis, nach dem 130. Psalm (1785–1787)

Am 15. April 2022 wird das Vokalconsort Frankfurt in einer kleinen Besetzung unter Leitung von Tobias Landsiedel den Karfreitagsgottesdienst von St. Katharina in Bad Soden musikalisch begleiten. Traditionell wird der Gottesdienst am Karfreitag ohne Instrumente gestaltet.

Auf dem Programm steht die rein vokale „Johannespassion“ von Heinrich Schütz für Soli und Chor a cappella aus dem Jahr 1666 sowie das „De profundis“ von Christoph Willibald Gluck aus dessen letzten Lebensjahren 1785 bis 1787.

Schütz‘ Passion steht in der Tradition der barocken Vertonungen des Leidens und Sterbens Jesu Christi und entstand ein Jahrzehnt nach seiner Lukas-Passion und unmittelbar vor seiner Matthäus-Passion. Das Werk zeigt noch die strenge Schlichtheit früherer Werke der Gattung und orientiert sich grundsätzlich in den einstimmig vorgetragenen Passagen der Soli am gregorianischen Choral. Dieser ist jedoch ausgearbeiteter und freier gestaltet als beispielsweise bei der rund hundert Jahre früher komponierten Johannespassion von Antonio Scandello. Im motettischen Stil der Chöre weist Schütz bereits über seine Zeit hinaus und ist Wegbereiter für die großen kunstvollen Passionen Johann Sebastian Bachs. Insbesondere in den Äußerungen des Volks („Turba-Chöre“) sind die für Schütz charakteristischen affektbeladenen Textausdeutungen zu hören. So verwendet er im Chor „Weg mit dem! Kreuzige ihn!“ permanente Tonalterierungen mit Kreuzen zu fis, cis und gis in Verbindung mit dem „Teufelsintervall“ Tritonus (fis gegen c) und einer die Form des Kreuzes beschreibenden Tonfolge. In solchen Mitteln zeigt sich seine musikalische Nähe zum Stil Claudio Monteverdis, mit dem er sich auf seinen langen Venedig-Aufenthalten vertraut machte.

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